Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des anderen zu verstehen. – Henry Ford

Fragen und Antworten

Lohnverrechnung

Was ist ein steuerpflichtiger Sachbezug?

Sachbezüge sind Sachleistungen, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer unentgeltlich oder verbilligt gewährt, darunter fallen z.B ein Dienstwagen zur privaten Nutzung, eine unentgeltliche Dienstwohnung oder ein unentgeltliches bzw. verbilligtes Essen. Sachleistungen gebühren mangels gegenteiliger Vereinbarung für alle Zeiten, in denen der Arbeitnehmer Entgelt erhält, also z.B. auch im Urlaub, in der Dienstfreistellung während der Kündigungsfrist oder im Krankenstand. Da Sachbezüge Teil einer überkollektivvertraglichen Entlohnung sind, kann der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer die jederzeitige Widerrufbarkeit des gewährten Sachbezuges vereinbaren. Sachbezüge sind Entgeltsbestandteile und daher mit ihrem finanziellen Wert bei Berechnung der Abfertigung alt bzw. bei Berechnung des Beitrages zur Mitarbeitervorsorgekasse (Abfertigung neu) zu berücksichtigen. Sachbezüge sind in der Lohnverrechnung als Entgeltbestandteile bei Ermittlung der Beitragsgrundlage zur Sozialversicherung sowie der Lohnsteuerbemessungsgrundlage und der Bemessungsgrundlage zum Dienstgeberbeitrag, Dienstgeberzuschlag und Kommunalsteuer zu berücksichtigen. Die Bewertung der Sachbezüge erfolgt nach der vom Finanzminister jeweils erlassenen Verordnung über die bundeseinheitliche Bewertung bestimmter Sachbezüge. Die Werte sind dem Bruttoentgelt hinzuzurechnen und erhöhen die Bemessungsgrundlage.

Wie sind geringfügig Beschäftigte anzumelden?

Geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer sind unfallversichert. Sie sind bei der zuständigen Gebietskrankenkasse anzumelden. Person, die mehrere geringfügige Beschäftigungen ausüben, die in Summe die monatliche Einkommensgrenze von 374,02 € für das Jahr 2011 übersteigen, sind in der Kranken- und Pensionsversicherung pflichtversichert und haben vom gesamten Entgelt Beiträge zu entrichten.

Wie werden Sonderzahlungen (Urlaubszuschuss bzw. Weihnachtsremuneration) abgerechnet?

Der Anspruch des Arbeitnehmers auf jährliche Sonderzahlungen (Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration) ist kein arbeitsrechtlicher Anspruch, sondern grundsätzlich im jeweiligen Branchenkollektivvertrag, oder bei Fehlen eines solchen, im Einzelarbeitsvertrag geregelt. Für die Sonderzahlungen legt der jeweilige Kollektivvertrag in der Regel ganz bestimmte jährliche Fälligkeitstermine fest. In manchen Kollektivverträgen sind spezielle Berechnungsvorschriften enthalten, die beachtet werden müssen!

Wie erfolgt die Umrechnung von Wochenlohn auf Monatslohn?

Monatslohn = Wochenlohn * 4,33

Wie erfolgt die Umrechnung von Stundenlohn auf Monatslohn?

Monatslohn = Stundenlohn * wöchentliche Arbeitsstunden * 4,33
Achtung: Der Kollektivvertrag kann anderes vorsehen!

Wie erfolgt die Berechnung des anteiligen Gehalts bzw. der anteiligen Sonderzahlungen?

Monatsgehalt dividiert durch 30 * Anzahl der zu berücksichtigenden Kalendertage.

Wie wird offener Urlaub aliquot berechnet?

Pro Dienstjahr hat der Arbeitnehmer einen Urlaubsanspruch von 5 Wochen (ab 25 Dienstjahren 6 Wochen).

Berechnung: Arbeitstage pro Woche * 5 (6)/365* Anzahl der Tage, die der Dienstnehmer im Betrieb beschäftigt war. Das Ergebnis wird kaufmännisch auf- oder abgerundet.

Wurde der Urlaubsanspruch bei einer Beendigung des Dienstverhältnisses nicht vollständig verbraucht, müssen die noch offenen Urlaubstage vom Dienstgeber an den Dienstnehmer aliquot ausbezahlt werden (Urlaubsersatzleistung).

Wie erfolgt die kollektivvertragliche Einstufung des Arbeitnehmers?

Die Basis für die jeweilige kollektivvertragsmäßige Einstufung ist vom Arbeitnehmer zu Beginn des Arbeitsverhältnisses nachzuweisen (Auszug über Versicherungszeiten der Sozialversicherung). Die kollektivvertragliche Einstufung erfolgt dann auf Basis der angegebenen Vordienstzeiten.

Was ist der Unterschied zwischen Überstunden und Mehrstunden?

Unter Überstunden wird jene Arbeitszeit verstanden, die über der täglichen Normalarbeitszeit von acht Stunden und der wöchentlichen Normalarbeitszeit von 40 Stunden liegt. Kollektivverträge können den Begriff der Überstunde abweichend vom Arbeitszeitgesetz für die Arbeitnehmer günstiger definieren. Unter Mehrstunden wird jene Arbeitszeit verstanden, die zwischen der vertraglich vereinbarten bzw. der kollektivvertraglich verkürzten Arbeitszeit und der gesetzlichen Normalarbeitszeit liegt.

Wie sind Überstunden zu vergüten?

Für Überstunden gebührt ein 50%-iger Zuschlag. Kollektivverträge können Regelungen über höhere Überstundenzuschläge enthalten. Es kann auch eine Abgeltung durch Zeitausgleich erfolgen. Dabei ist der Überstundenzuschlag bei der Bemessung des Zeitausgleichs zu berücksichtigen oder gesondert auszuzahlen.

Welche steuerlichen Begünstigungen gibt es für Überstundenzuschläge?

Die Zuschläge für 10 Überstunden im Monat im Ausmaß von höchstens 50% des Grundlohns, insgesamt höchstens jedoch 86,00 € monatlich sind steuerfrei. Der übersteigende Teil ist als laufender Bezug zu versteuern. Fallen in einem Monat weniger als 10 Überstunden an, sind im nächsten Monat dennoch nur 10 Überstunden begünstigt (kein Nachholen). Es gibt Sonderregelungen für die steuerliche Begünstigung der Überstundenzuschläge bei Sonn- Feiertags- und Nachtarbeit.

Wie hoch ist das Krankenentgelt beim Angestellten?

Nach den Bestimmungen des Angestelltengesetzes (AngG) hat ein Angestellter, der infolge Krankheit an der Arbeitsleistung verhindert ist, Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Er verliert diesen Anspruch nur, wenn er die Krankheit vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig herbeigeführt hat. Der Anspruch auf Fortzahlung des vollen bzw. halben Entgelts ist dienstzeitabhängig gestaffelt (Grundanspruch). Kommt es innerhalb eines halben Jahres nach Wiederantritt der Arbeit zu einer neuerlichen krankheitsbedingten Arbeitsverhinderung, so besteht nach Ausschöpfung des restlichen Grundanspruches Anspruch auf Entgeltfortzahlung des Folgeanspruches.

Dienstjahr Grundanspruch Folgeanspruch Maximale Gesamtdauer
1. – 5. 6 Wo. voll + 4 Wo. halb 6 Wo. halb + 4 Wo. viertel 10 Wochen
6. – 15. 8 Wo. voll + 4 Wo. halb 8 Wo. halb + 4 Wo. viertel 12 Wochen
16. – 25. 10 Wo. voll + 4 Wo. halb 10 Wo. halb + 4 Wo. viertel 14 Wochen
ab 26. 12 Wo. voll + 4 Wo. halb 12 Wo. halb + 4 Wo. viertel 16 Wochen

Bei Arbeitsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit besteht in den ersten 5 Dienstjahren ein um 14 Tage verlängerter Anspruch auf volles Krankenentgelt.

Wann muss ich einen Dienstnehmer anmelden?

Seit 1. Jänner 2008 müssen Arbeitnehmer ausnahmslos vor Arbeitsantritt in der Sozialversicherung angemeldet werden. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer erst dann seine Arbeit aufnehmen darf, wenn die Anmeldung bei der Gebietskrankenkasse eingelangt ist.

Die Erfüllung der Meldepflicht ist in zwei Varianten möglich:

  • Vollmeldung vor Arbeitsantritt,
  • Doppelmeldung mit einer Mindestangabenmeldung (Aviso-Meldung) vor Arbeitsantritt und einer Vollmeldung innerhalb von 7 Tagen ab Arbeitsantritt.

Sowohl die Mindest- als auch die Vollmeldung ist elektronisch mittels Datenfernübertragung via ELDA (www.elda.at) in den vom Hauptverband festgelegten einheitlichen Datensätzen vorzunehmen. Die Meldung der Mindestangaben (beim zweistufigen Verfahren) ist auch per Telefon oder Fax möglich. Bei zu später Meldung oder Nichtmeldung drohen empfindliche Geldstrafen.

Wie lange vor Arbeitsantritt kann ich einen Dienstnehmer anmelden?

Sowohl die Voll- als auch Mindestangaben-Anmeldung kann ohne zeitliche Begrenzung, also beispielsweise auch schon ein Monat vor Arbeitsantritt, erfolgen.

Welche Daten muss ich schicken, wenn ich einen Dienstnehmer anmelden will?

Bitte verwenden Sie für die Anmeldung ihres Dienstnehmers das dafür vorgesehene Formular, welches Sie im Menü “Extras-Downloads” finden.

Eine Dienstnehmerin ist schwanger, was habe ich als Arbeitgeber jetzt zu tun?

Dem zuständigen Arbeitsinspektorat ist schriftlich über das Bestehen der Schwangerschaft Mitteilung zu machen. Diese schriftliche Mitteilung muss den Namen, das Alter, die Tätigkeit, den Arbeitsplatz und den voraussichtlichen Geburtstermin der werdenden Mutter beinhalten. Eine Abschrift dieser Meldung ist der Arbeitnehmerin auszuhändigen. Falls vorhanden, ist auch der Betriebsarzt über die Schwangerschaft zu informieren.
Achtung: Mit Bekanntwerden der Schwangerschaft gibt es ein Beschäftigungsverbot der werdenden Mutter betreffend Überstunden, schwere körperlich und sonstige gefährdende Tätigkeiten, Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit. Werdenden Müttern muss die Möglichkeit gegeben werden, sich während der Arbeitszeit hinzulegen und auszuruhen. Vorsorgeuntersuchungen können während der Arbeitszeit durchgeführt werden, wenn sie außerhalb der Arbeitszeit nicht möglich oder nicht zumutbar sind. Der Arbeitsplatz der werdenden Mutter muss überprüft werden, ob Gefahren für die Schwangere bestehen, wenn sie dort weiter arbeitet.

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